Querflöte
Wie eine Schlange aus des Korbes Tiefe
hervortanzt nach dem Takt des Instruments
so drängt aus ihrem Leib, als schliefe
darin die Sage alten Orients
Musik des Abendlandes. Ihr Körper wiegt
beschwörend, als müsste sie den starren
silbernen Stab, der quer zum Munde liegt
zum Leben erst erwecken. Finger beharren
auf Löchern, springen hoch wie Marionetten
die plötzlich wieder wie bewegungslos
dem Notenbild gehorchen. Wie Ketten
tropfen Notenperlen in den Schoss
des langen Kleids. Quer steht die Flöte
starr wie der Stock damals vor Pharao.
Und bannte sie nicht Menschenmund, sie böte
sich wie lebendig an und tanzte so
dass ihre Meisterin erstarrt verharrte.
So wie vor Pharao Mose die Magier narrte
entströmt dem Instrument die Harmonie
menschlicher Willenskraft und göttlicher Magie.